Trotz Wechsel
nichts Neues
Die Trägerschaft des Altenpflegeheims St. Michael wechselt - Dennoch bleibt alles beim Alten
Rhein-Neckar-Zeitung vom 21. Oktober 2008
Handschuhsheim. (sös) Für die Heidelberger Caritas wird das neue Jahr einen „gewaltigen Entwicklungssprung“ bringen, wie Verbandsvertreter jetzt bekannt gaben. Zum Jahreswechsel geht die Trägerschaft für das Altenpflegeheim St. Michael in Handschuhsheim vom Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg an den Ortsverband. Zusätzlich zu den derzeit 45 Mitarbeitern in verschiedenen Einrichtungen übernimmt dieser dann auch die Verantwortung für die 103 Mitarbeiter des Altenheims. „Wir freuen uns, sehen aber auch die Herausforderung“, erklärte die Heidelberger Caritas-Vorsitzende Franziska Geiges-Heindl.
Dass das Altenpflegeheim noch nicht in regionaler Trägerschaft ist, sei eigentlich ein „Zufall der Geschichte“, erklärte Monsignore Bernhard Appel, Direktor des Diözesanverbandes. In der Nachkriegszeit fehlte einfach ein regionaler Träger für das Heim, so dass der Diozösenverband 1955 den Bau des St. Michael-Heims übernahm. Seitdem blieben die Verantwortlichkeiten bestehen. Der jetzt anstehende Wechsel in der Trägerschaft ist somit in erster Linie eine „ordnungspolitische Umstrukturierungsmaßnahme“, wie die Beteiligten betonten. Betriebswirtschaftliche Gründe für den Wechsel gibt es nicht. „Aus unserer Sicht gehören die Altenpflegeheime in regionale Trägerschaft“, so Appel. Dieser Überzeugung entsprechend wird jetzt umstrukturiert.
Außer der Trägerschaft ändert sich dabei wenig im Heim. Das Pflegepersonal unter Heimleiter Willi Stütz wird weiterhin zu den gleichen Bedingungen beschäftigt. Weder wird es Stellenabbau noch eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen geben. Lediglich aus juristischen Gründen müssen neue Verträge aufgesetzt werden. Gleiches gilt für die Heimbewohner von St. Michael. Auch ihnen werden neue Verträge vorgelegt, ohne dass sich an den Konditionen etwas ändern wird. Schon jetzt machen die Verantwortlichen der Caritas allerdings darauf aufmerksam, dass Anfang 2009 die Gebühren leicht steigen werden. Aber: „Wir würden auch beim Fortbestehen der bisherigen Trägerschaft die Beiträge erhöhen.“ Gestiegene Personalkosten seien der Grund dafür. Das gelte für alle Heime. Der Wechsel in der Trägerschaft ist also nicht der Grund dafür.
Franziska Geiges-Heindl sieht in der Übernahme des Altenpflegeheims durch ihren Ortsverband vor allem die Chance sich noch mehr in Heidelberg zu engagieren. Der Unterstützung des Diözesanverbandes ist sie sich auch weiterhin sicher. Die „über Jahre gewachsene Einheit“ zwischen Caritas-Verbänden und Heim wird weiter bestehen.